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Wir - Bürger für Braunfels - fordern: Keine Entscheidung zum Falkeneck, ohne dass die BDH-Klinik zusammen mit anderen lokalen Leistungsanbietern vorher ihr Konzept vorstellen kann
An Herrn Landrat Carsten Braun, Herrn Erster Kreisbeigeordneter Frank Inderthal, Aufsichtsrat der Lahn-Dill-Kliniken
Sehr geehrter Herr Landrat Braun, sehr geehrter Herr Erster Kreisbeigeordneter Inderthal, sehr geehrte Damen und Herren des Aufsichtsrates der Lahn-Dill-Kliniken,
rund um das Thema Falkeneck und den Gesundheitsstandort Braunfels hat sich in unserer Stadt in den letzten 2 Wochen eine sehr intensive öffentliche Diskussion entwickelt. Die Nachricht über die Verlegung der Geriatrie nach Wetzlar und die Vermietung von großen Teilen der Klinik an einen privaten Reha-Anbieter, hat große Unruhe, großen Unmut und großes Unverständnis hervorgerufen.
In den letzten Tagen haben sich für unsere Fraktion nach direkten Gesprächen mit der BDH-Klinik und Bewertung durch drei hochkompetente Ärzte aus unseren Reihen, neue Aspekte und Möglichkeiten für die Weiternutzung des Falkeneck im Sinne unserer Bevölkerung ergeben.
Die BDH-Klinik ist bereit, das Falkeneck zu erwerben und es für neue kooperative Konzepte für den Gesundheitsstandort Braunfels zu öffnen. Sie hat mit allen relevanten lokalen Playern gesprochen. Diese Konzepte würden in Zusammenarbeit mit den bestehenden Einrichtungen und Betrieben weiterentwickelt und realisiert. Aufgrund nicht auskömmlicher oder nicht vorhandener Angebote in Braunfels und darüber hinaus, wären beispielhaft die Schaffung von Plätzen für „Junge Pflege“ und Demenz-Wohngemeinschaften als herausragend zu nennen. Hier kann und wird mit den bestehenden Alten- und Pflegeheimen in Braunfels eng zusammengearbeitet werden können.
Weitere neue Konzepte wären die Einrichtung ambulanter Rehabilitation oder auch die Gründung einer Therapieschule für Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie. Eine derartige Schule gibt es in unserem Landkreis bisher nicht. Diese und weitere Punkte, die im vorliegenden Alternativkonzept der BDH-Klinik enthalten sind, sollten unbedingt geprüft werden, bevor der Lahn-Dill-Kreis das Falkeneck an den privaten Betreiber vermietet.
Es ist ohnehin verwunderlich, dass der Lahn-Dill-Kreis als einer der letzten kommunalen Krankenhausträger in Hessen, sich einen aktionärsgesteuerten Krankenhausträger als Mieter ins Haus holen will, der am Markt einen knallharten Konkurrenzkampf und Verdrängungswettbewerb führt. Wir hoffen nicht, dass dies möglicherweise ein Testballon für weitere Geschäftsbeziehungen oder sogar Übernahmeszenarien für unsere (Bürger) Lahn-Dill-Kliniken sein wird.
Fest steht für uns, dass der Betrieb einer privaten neurologischen Rehaklinik im Falkeneck schädliche Konkurrenz für die BDH-Klinik bedeutet und möglicherweise existenzbedrohend sein wird. Dazu ist es umso wichtiger darauf zu verweisen, dass der Betrieb von Rehaeinrichtungen auf Grundlage der Stufen C und D niemals kostendeckend sein kann. Nur bei gleichzeitigem Betrieb der Stufen A und B ist ein insgesamt kaufmännisch sinnvoller gemischter Betrieb, wie heute bei der BDH-Klinik, möglich. Des Weiteren sehen wir auch einen unmittelbaren Verdrängungswettbewerb durch Personalkannibalismus im Hinblick auf das jetzt schon nicht vorhandene Fachpersonal. Da sind kritische Nach-Fragen zur zukünftigen Ausrichtung der Asklepios am Standort Braunfels dringend erforderlich.
Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrter Herr Erster Kreisbeigeordneter, sehr geehrte Damen und Herren Aufsichtsräte:
wir appellieren eindringlich an sie, die Entscheidung zur Zukunft des Falkeneck noch einmal zu überdenken und sie so jetzt nicht zu treffen. Geben sie der BDH-Klinik Zeit und Gelegenheit, zusammen mit den anderen lokalen Leistungsanbietern ihr Alternativkonzept vorzustellen und ggf. auch zu realisieren.
Der Kauf des Falkeneck durch die BDH-Klinik wäre für den Landkreis nach unserer Überzeugung finanziell gesehen auch der bessere Weg als eine Vermietung.
Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Peter Stock
Bürger für Braunfels